Die Begebenheit liegt schon ein paar Jahre zurück. Wir waren aus dem Urlaub nach Würzburg zurückgekommen und ließen uns mit dem Taxi vom Bahnhof nach Hause fahren. Was sich denn während unserer zweiwöchigen Abwesenheit so ereignet hätte in der Stadt, wollten wir vom Fahrer wissen. Der überlegte kurz und sagte dann: „Die Pia hat ihren Doktor gemacht.“ Da waren wir aber erleichtert, neben der Promotion unserer damaligen Oberbürgermeisterin nichts verpasst zu haben.
In den diesjährigen Urlaub waren wir mit dem Auto gefahren und müssen uns nun selbst einen Überblick der Würzburger Ereignisse in den zuürckliegenden Wochen verschaffen. Deshalb die Frage: War was?
Veröffentlicht am 7. September 2009
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Ganz so ernst dürfen die während der Ferienzeit in den Medien behandelten Themen wohl nicht genommen werden. Zwar fragt die Main-Post: „Welches Thema hat im Würzburger Sommerloch die Nase vorn?“, kann sich aber zwischen „Taubenplage, Provinz-Weltniveau-Diskussion oder die Wallung ums Toilettenhäuschen am Barbarossaplatz“ nicht entscheiden und sinniert stattdessen, ob man sich, wenn es pressiert, „auf Provinz- oder auf Weltniveau erleichtern soll“. Und wenn die Zeitung schon die Niveaufrage stellt, dann beantwortet sie diese mit einem halbseitigen Bericht über – so die Überschrift – „Deutschlands bekannteste TV-Sex-Beraterin“ Erika Berger.
Angesichts dieser heißen Themen darf sich glücklich schätzen, wer den August über im Urlaub ist. Deshalb erscheinen die nächsten Beiträge an dieser Stelle auch erst wieder im September. Schöne Ferien.
Veröffentlicht am 14. August 2009
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„Würzburg ist wahrlich kein Hort der Avantgarde.“
Diese Feststellung trifft Eva-Suzanne Bayer in der nummer siebenundvierzig. In ihrem Beitrag zum 20jährigen Bestehen des „wohl einzigen wassertauglichen Kunstvereins“ – dessen Geschichte sich seit 1995 in der Arte Noah abspielt, einem ehemaligen Frachtkahn, der jetzt im Alten Hafen liegt – geht sie auf die Anfänge ein: „Als Wolfgang Hülsen den Kunstverein vor zwanzig Jahren aus der harten Scholle der hiesigen Kunstszene buchstäblich herausstampfte, stand Zeitgenösisches nicht in der Gunst des Publikums. Einen Kunstverein, wie er in anderen Städten schon seit 150 Jahren Usus war, gab es hier nicht. … Wohl bemühten sich die Leiter der Städtischen Galerie immer wieder, den Anschluss an die Moderne in ihrem Programm nicht ganz zu verpassen. Aber es waren immer nur die längst Arrivierten, die ihre documenta Kassel, ihre Biennale Venedig, ihren Artikel in der Kunstzeitschrift art, ihren internationalen Durchbruch hinter sich hatten. Experimente waren rar. Und damit auch die Möglichkeit, die eigenen Kunstkriterien zu überprüfen und gegebenerweis gar zu revidieren … Damit war der Zug der Zeit ganz schön an den Würzburgern vorbeigerumpelt.“
Erst als der obdachlose Kunstverein im Kunstschff Arte Noah seßhaft wurde, konnte er „ohne Rücksicht auf jeweilige Gastgeber seine eigentliche Aufgabe erfüllen: das Publikum mit Arbeiten konfrontieren, die nicht sofort und unbedingt auf Wohlwollen stoßen“, schreibt Eva-Suzanne Bayer. „Ein Kunstverein muss den Mut und die Freiheit besitzen, auch Fragewürdiges, Experimentelles, Ungewöhnliches, Unerprobtes zu präsentieren, das erst einmal Kontroversen auslöst.“ Das darf man gern als Einladung lesen: Die Ausstellungen auf der Arte Noah sind dienstags bis sonntags zwischen 15 und 18 Uhr zu besichtigen. Und natürlich noch: herzlichen Glückwunsch zum Zwanzigsten.
Veröffentlicht am 14. August 2009
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„Seine Sympathiewerte im Raum Würzburg sind extrem hoch. Dort ist er eine starke Figur, und ich kenne keinen, der ihn nicht gut findet.“
Das Lob von Karina Freude gilt dem Würzburger Schwimmer Thomas Lurz, den die Sportmanagerin aus Düsseldorf professionell vermarktet. „Bei einem Sportler auf dem hohen Niveau eines Thomas Lurz liegt der Betrag, um ein Jahr mit ihm werben zu dürfen, bei einer hohen fünfstelligen bis niedrigen sechsstelligen Summe.“ Das ist der 29 Jahre alte Langstreckenschwimmer allemal wert. Bei den momentan ausgetragenen Schwimm-Weltmeisterschaften hat er im Meer vor Ostia sowohl über fünf Kilometer als auch im Zehn-Kilometer-Rennen gewonnen und damit seine WM-Titel sieben und acht geholt. Ganz herzlichen Glückwunsch!
Veröffentlicht am 24. Juli 2009
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„Warum wurden die Fenster am Kulturspeicher noch nie geputzt?“
Das ist eine gute Frage, die Grünen-Stadträtin Karin Miethaner-Vent in der Stadtratsitzung stellte. Dass sie darauf keine Antwort bekam, war vielsagend. Sollte es, wie sie gehört habe, tatsächlich zutreffen, dass die Scheibenwischer nicht an die Fenster herankommen würden, weil das vom Architekten nicht bedacht oder vorgesehen war. In jedem Fall ist das Glas hinter den Lamellen in den vergangenen sieben Jahren (!) nicht gereinigt worden. Einen Putz haben die Scheiben in jedem Fall nötig, denn auch am Kulturspeicher herrscht eine anscheinend nicht beherrschbare Taubenplage, wegen der die Stadtratsitzung unter anderem angesetzt war.
Veröffentlicht am 24. Juli 2009
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Lange nichts gehört von der Provinz auf Weltniveau. Da kommt die Pressemeldung von jovoto gerade recht. Auf jener Internetplattform hatte die Würzburg AG einen Ideenwettbewerb ausgerufen für eine Image-Werbekampagne für die Stadt. Die besten Arbeiten sollen dem Würzburger Stadtrat am 31. Juli im Vogel Convention Center vorgestellt werden, und der soll dann entscheiden, ob Ideen oder Ansätze in das Würzburger Stadtmarketing-Konzept übernommen werden.
Und dann noch ein Buchtip zum Thema: Das „Provinzlexkion“ von Henning Ahrens liefert „alles, was Sie schon immer über die Provinz wissen wollten, in genau 274 Stichworten“ und ist „ein Lese-, Entdeckungs- und Erinnerungsbuch für die vom Land und die aus der Stadt. Denn Provinz ist nicht nur ein Ort, sondern auch eine Haltung.“
Veröffentlicht am 24. Juli 2009
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„Wir werden mit Leistung überzeugen.“
Das entgegnet Jürgen Scheller den Kritikern des neuen Ein-Euro-Shops, der am Samstag im ehemaligen Arena-Haus in der Domstraße eröffnet. Wie, bitte schön, hat man sich denn diese Leistung vorzustellen? Der Geschäftsführer von Schum Euroshop versichert jedenfalls: „Das wird alles andere als ein Ramschladen“. Was denn dann?
Veröffentlicht am 14. Juli 2009
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Ein hochkarätige Jury hat im Kiliani-Festzelt die neue „Miss Würzburg“ gekürt. Die heißt Julia Höhn, ist Industriekauffrau und kommt aus – Wilhermsdorf, „und das liegt neben Unterulsenbach irgendwo in Mittelfranken“, wie die Main-Post schreibt. Was nirgendwo zu lesen war: Wie kann eine junge Frau „Miss Würzburg“ werden, wenn sie weder in der Stadt geboren ist noch hier zumindest wohnt?
Veröffentlicht am 13. Juli 2009
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„Wird unsere schöne Stadt vom ungeliebten Forum am Markt geprägt?“
Das fragt Leserbriefschreiber Heinz K. in der Main-Post, der Würzburg durch den Großteil der Leserbriefe in ein schlechtes Licht gesetzt sieht. Diesen „Nörglern“ rät er: „Genießen Sie doch nur ein Stündchen in der blühenden Anlage unterhalb der Alten Mainbrücke das Panorama der Stadt: Fluss, Schiffe, Alte Mainbrücke, Festung und Käppele. Welche Stadt kann auch solch ein Panorama bieten?“
Veröffentlicht am 13. Juli 2009
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Da kommt doch einfach so schwedisches Möbelhaus daher, mit „0 Jahren Erfahrung in Würzburg“, wie der Neubert XXXL in einem weiteren Motiv seiner Kleinanzeigenkampagne anmerkt und stolz auf die eigenen „133 Jahre Würzburg-Erfahrung“ verweist. Wie hatte es doch Kurt Tucholsky so schön gesagt: „Erfahrung heißt gar nichts. Man kann seine Sache auch 35 Jahre schlecht machen.“
Veröffentlicht am 13. Juli 2009
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