Archiv für Oktober 2009

Wohin mit dem Einkaufszentrum?

Bei der Podiumsdiskussion „Was wird aus dem Nachkriegs-Würzburg?“ war auch das geplante Einkaufszentrum auf dem Mozart-Areal  (Hintergründe sind hier nachzulesen) zur Sprache gekommen. Von Stadtbaurat Christian Baumgart war dort noch zu vernehmen, dass die UNESCO und die Bayerische Schlösser- und Seenverwaltung „erhebliche Bedenken“ gegen ein Einkaufszentrum gegenüber der Residenz haben. In einem Gespräch mit der Main-Post sagte der Stadtbaurat einige Tage später allerdings, dass es „das Ziel bleiben (werde), dort zusätzliche Einzelhandelsflächen zur Attraktivitätssteigerung der Innenstadt zu entwickeln. Ob das dann noch Einkaufszentrum heißt, wird man sehen“. Und schon zwei Tage später meldet die Zeitung: „Für den Erhalt der Mozartschule machte sich in der Sitzung des Stadtrats keiner stark.“

Mit einem diskussionswürdigen Vorschlag warten nun die Wirtschaftsjunioren Würzburg auf. Der Zusammenschluss junger Unternehmer hat einen alternativen Standort für ein Einkuafszentrum in den Blick genommen: das Gelände des jetzigen (sanierungsbedürftigen) Mainfranken Theaters. Im Gegenzug bietet das Mozart-Areal und der Kardinal-Faulhaber-Platz ausreichend Platz für einen Theater-Neubau einschließlich Gastronomie. Die architektonischen Besonderheiten des Eingangsgebäudes der ehemaligen Mozartschule könnten so erhalten bleiben. Das Theater, so die Idee der Wirtschftsjunioren, könnte in einem modernen Anbau unterkommen. Gleichzeitig wären zusätzliche Nutzungen für Kultur und Bildung möglich.

Ein heiterer Akzent

„Der neue s.Oliver-Bau am Oberen Markt fällt angenehm auf, indem er nicht unangenehm auffällt.“

Lobende Worte für das neue Geschäftshaus des Modeunternehmens findet Stadtheimatpfleger Hans Steidle in seinem Gastbeitrag für die Main-Post. „Das Ergebnis kann sich sehen lassen“, urteilt  Steidle. „Auch das steile Dach passt sich ein, ist jedoch in der Steinfassung abgehoben. Auch dies ist gute alte Würzburger Tradition: Vor mehr als 800 Jahren wurden auch die Turmhelme von St. Burkhard aus Stein gemauert.“ Das Haus selbst stehe „wie selbstverständlich“ an der Ecke, springe nicht aus den Baulinien, wirke „insgesamt zurückhaltend“. „Farblich wirkt die helle Muschelkalkverkleidung als Gewinn, da ein heller Farbcharakter der Innenstadt … einen heiteren Akzent verleiht.“

Bücher mit neuer Chefin

Langwierig gestaltete sich die Suche nach einem Nachfolger für Stadtbücherei-Chefin Hannelore Vogt, die sich vor fast einem Jahr nach Köln verabschiedet hatte. „Nach mehreren bundesweiten Ausschreibungen und Gesprächen mit Bewerbern“, so berichtet die Main-Post, hätten sich nun die Mitglieder des Personalausschusses auf die 39 Jahre alte Anja Flicker als Nachfolgerin geeinigt. Beachtenswert dabei: „Es brauchte mehrere Anläufe, um den Posten zu besetzen. Nach der ersten Ausschreibung ging es in die Verlängerung, und als man dann einen Kandidaten hatte, sagte der wieder ab: Die Ehefrau wollte nicht nach Würzburg.“

Hotelturm mit Happy End?

Diese Artikelüberschrift in der Main-Post ließ aufhorchen: „Aus Bauruine wird Vier-Sterne-Haus“. Die Zeitung berichtet, dass sich für den nur halbfertig gebauten Hotelturm in der Schweinfurter Straße nun doch noch ein Nutzer gefunden habe. „Die Geschichte vom ewig unfertigen Rohbau des Hotelturms, der fast fünf Jahre lang leer stand, könnte ein Happy End bekommen“. Der Investor, die Ghotel-Gruppe aus Bonn, plant für das Frühjahr 2011 die Eröffnung des Vier-Sterne-Hotels mit 220 Zimmern.

Die Würzburger indes sind skeptisch, wenn es um den „Skandal-Turm“ (Main-Post) geht. Zu einem glücklichen Ende wird es für sie erst dann kommen, wenn – wie Main-Post-Redakteur Michael Czygan treffend kommentiert – „der erste Gast in das Turmhotel eingezogen ist“.

Was wird aus Würzburg?

Eine Podiumsdiskussion zum Stadtbild, organisiert vom Stadtheimatpfleger Hans Steidle und dem Kulturreferat der Stadt, will – so die Ankündigung –  „das Bewusstsein für die jüngere Architektur und den vielschichtigen Charakter Würzburgs und für den sorgfältigen Umgang mit dem Stadtbild schärfen“. Unter dem Titel „Was wird aus dem Nachkriegs-Würzburg?“ wird es um „die Frage der Qualität der Nachkriegsarchitektur sowie über den Umgang mit dieser Architektur heute sowie in Zukunft“ gehen.

Auf das Podium steigen werden am Mittwoch, den 14. Oktober, um 20.15 Uhr in der Aula des alten Mozart-Gymnasiums: Stadtbaurat Christian Baumgart, Rembrant Fiedler vom Landesamt für Denkmalpflege, Stefan Kummer als Vorsitzender des Verschönerungsvereins Würzburg, Stadtheimatpfleger Hans Steidle und Gabriele Scholder vom Architekturbüro Stadt + Raum Würzburg. Moderiert wird die Diskussion von Eberhard Schellenberger vom Bayerischen Rundfunk.