Archiv für Juni 2009

Der Wille nach der besten Lösung

Im April war Hans Steidle vom Stadtrat zum neuen ehrenamtlichen Stadtheimatpfleger bestellt worden, der als Mitglied der Kulturbeirats und der Stadtbild-Kommission jenen Stadtrat berät. Die Main-Post hat den promovierten Historiker, der seit 30 Jahren am Mozart-Gymnasium unterrichtet, in einem Porträt vorgestellt. Darin sagt der gebürtige Würzburger, wie er sich in die Auseindersetzungen um die Stadtgestaltung einbringen und die Streitkultur über das Stadtbild verbessern will. Der auch als kritischer Buchautor hervorgetretene Hans Steidle möchte mit objektiven Kriterien eine Versachlichung der Diskussionen herbeiführen. Diese sollen zudem stattfinden, bevor Entscheidungen gefällt werden. „Es geht nicht darum, neue Lösungen prinzipiell zu verhindern“, sagt er. „Bislang mangelt es nur häufig am Willen, nach der besten Lösung zu suchen.“

Einen Eindruck vom neuen Stadtheimatpfleger können sich Interessierte am Dienstag, 16. Juni, um 19 Uhr bei einem Vortrag im Falkenhaus mit anschließender Führung über den Würzburger Marktplatz machen. Der Eintritt ist frei.

Der entscheidene Moment

Wer selbst schon einmal bei einer Sportveranstaltung versucht hat, das schnelle und meist unvorhersehbare Geschehen mit Kamera und Teleobjektiv einzufangen, der wird seit Jahren die hervorragenden Aufnahmen im Sportteil der Main-Post anerkennend zu würdigen wissen, die unten rechts den Vermerk Foto: Fabian Frühwirth tragen. Jetzt ist der Sportredakteur vom Verband Deutscher Lokalzeitungen mit dem ersten Preis für ein Foto vom chinesischen Tischtennisprofi Ling Wei Chao ausgezeichnet worden. Auch bei dieser Aufnahme hatte Fabian Frühwirth den entscheidenen Moment erwischt. Herzlichen Glückwunsch.

Doppelt so berühmt

„Weimar hat einen viel schöneren Bahnhof als Würzburg. Alle haben einen schöneren Bahnhof als Würzburg.“

Diese Erfahrung hat Main-Post-Redakteur Wolfgang Jung bei einem Wochenendausflug nach Weimar gemacht. Und er hat noch mehr herausgefunden: „Weimar ist halb so groß wie Würzburg, aber doppelt so berühmt.“ Na gut, gegen Goethe und Schiller kommt Würzburg eben nur schwer an. Aber beim Bahnhof, da soll in Kürze ja einiges passieren.

Das tägliche Überleben

Mehr als einhundert Zeitzeugen haben die Autoren des jetzt erschienenen Buches „… froh, dass der Scheisskrieg vorbei war!“ befragt. Dabei herausgekommen sind hochinteressante Auschlüsse über die Nachkriegszeit in Würzburg. Der von Christoph Daxelmüller vom Lehrstuhl für Europäische Ethnologie/Volkskunde an der Universität Würzburg herausgegebene Band beschreibt anhand zahlreicher Augenzeugenberichte und analysierender Texte, „wie sich die Würzburger mit Improvisationstalent, Ausdauer und auch Glück dem täglichen Überleben in der weitestgehend zerstörten Stadt stellten“ (Main-Post). Auch das Verhältnis der Würzburger zu den amerikanischen Besatzungssoldaten wird ausführlich beschrieben, ebenso die äußerst mangelhafte Lebensmittelversorgung. Der Historiker Roland Flade urteilt: „Das Buch schließt manche Lücke in unserer Kenntnis der unmittelbaren Nachkriegszeit und ist auch für jene lesenswert, die glauben, sich in dieser turbulenten Periode der Stadtgeschichte gut auszukennen.“

„… froh, dass der Scheißkrieg vorbei war!“ Alltag in Würzburg nach 1945, 250 Seiten mit zahlreichen Abbildungen, ist im Würzburger Verlag Königshausen & Neumann erschienen und für 16,80 Euro im Buchhandel erhältlich.

ausgeliefert

Unter main.de hat die Main-Post ein individualisiertes Internetportal gestartet, „für über 1600 Orte und über 250 Gemeinden aus Mainfranken“, wie die Zeitung schreibt. Die Main-Post will auf diesem Weg „Informationen, Bilder und Termine für jeden Ort im Verbreitungsgebiet individuell ausliefern“. Aus dem letzten Wort klingt noch der klassische Vertriebsweg für Zeitungen durch. Doch den verlässt die Main-Post damit ebenso wie die bisherige journalistische Berichterstattung. Denn die Leser sind aufgerufen, das Angebot ihrer Gemeinden „mitzugestalten“, indem sie Informationen, Berichte, Fotos und Videos beisteuern.

Unterm Strich

„Jetzt ist es also vorbei.“

Gesagt hat das Frank Baumann. Zehn Jahre lang spielte der Würzburger bei Werder Bremen in der Fußball-Bundesliga. Das gewonnene Pokalfinale gegen Bayer Leverkusen war seine letzte Partie gewesen – nach 290 Bundesligaspielen, 28 Berufungen in die Nationalelf, darunter in den WM-Kader 2002 und in den EM-Kader 2004. Die Main-Post nennt ihn in ihrem Porträt den „heimlichen Star“. Jetzt wechselt er als Assistent von Bremens Manager Klaus Allofs die Seiten, und er sagt: „Unterm Strich bin ich zufrieden.“