Da hat jemand die Latte verdammt hoch gelegt. Die Zeitschrift will „Impulse für Gesellschaft, Politik, Hochschule, Ökonomie und Kultur in Stadt & Region“ geben. Das ist ein verdammt ehrgeiziges Ziel. Der Schöpfer und Herausgeber der zweimonatlich erscheinenden Publikation – zum Glück „noch kostenlos“, wie auf dem Titel vermerkt – verlautbart aber noch viel mehr: „DER KESSENER … macht Würzburg zur Marke!“
Dann wollen wir doch einmal lesen, was uns Bernhard A.W. Kessener (M.A.) – so steht es im Impressum – zu sagen hat. Sein einleitender Kommentar auf Seite drei beginnt mit den Sätzen „Welch ein Lichtblick, Zaha Hadid (nebenbei bemerkt: wie viele/wenige international derart renommierte Architektinnen christlichen Glaubens gibt es?) wird in Würzburg bauen. Das sind doch Chancen dieser Stadt, einer von vielen möglichen Dialogen.“ Und einige Zeilen weiter fragt er ernsthaft: „Weshalb sollte Würzburg nicht eine Brücke für die gesellschaftlichen Auseinandersetzungen unserer Republik bauen?“
Wenn der Kommentator gleich darauf „Meisterdenker Michel Foucault“ heranzieht und versucht, ins Philosophische ein- oder doch besser: abzutauchen, schlägt das Pendel vollends aus. Sollte der Leser in der Lage sein, ihm gedanklich zu folgen, dann wird er auf den vom Kommentator gegeißelten „Bildungsbrei“ und die „Worthülsen“ stoßen. Beides trifft exakt das, was den Leser auch im zweiten Teil des Textes erwartet.
Unterzeichnet ist der Kommentar mit „Gentilhome B.A.W.“. Dieses Wort schreibt sich, das sei angemerkt, mit einem doppelten „m“. Aber das ficht den „Mann von Welt“, der Würzburg zur Marke machen will, vermutlich ebensowenig an.