Die Parlamentarische Staatssekretärin Karin Roth aus dem Bundesverkehrsministerium drückte sich sehr diplomatisch aus, als sie dem Würzburger Bahnhof „ein gewisses Alter und einen gewissen Charme“ bescheinigte. Dass er endlich runderneuert und modernisiert werden müsse, habe sich aber auch bis ins Verkehrsministerium nach Berlin herumgesprochen. Und tatsächlich: Bereits Anfang nächsten Jahres soll es damit losgehen, zunächst mit der energetischen Sanierung des Empfangsgebäudes. Dafür stehen Mittel aus dem Konjunkturpaket der Bundesregierung bereit. Neben wärmedämmenden Fenstern und neuen Heizungs- und Lüftungsanlagen werden zunächst ein neues Reisezentrum gebaut und der Eingang zum Bahnhof sowie die Zugänge zu den Bahnsteigen in die Gebäudemitte verlegt. Noch mehr zur Sache gehen soll es im Anschluss an die Modernisierung der Empfangshalle. Für die „Ertüchtigung der Verkehrsstation“ sind mindestens vier Jahre Bauzeit und Kosten von bis zu 30 Millionen Euro vorgesehen. Darüber entschieden ist noch nicht. Die Würzburger freuen sich indessen schon über den ersten Schritt.
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Tag der Entscheidung
„Bleibt der Stadtrat standhaft, trotz der immensen Kosten für die neue Straßenbahn?“, fragt Main-Post-Redakteur Andreas Jungbauer vor der entscheidenden Sitzung des Stadtrats am heutigen Montag. Dann geht es um 4,6 Kilometer Straßenbahngleise durchs Frauenland zum Hubland und vor allem um Investitionskosten von 120 Millionen Euro, von denen die Stadt 33 Millionen Euro selbst aufbringen müsste. Hinzu käme eine noch nicht näher bezifferte zweistellige Millionensumme für städtebauliche Nebenkosten. Nach Worten des Geschäftsführers der Würzburger Versorgungs- und Verkehrs-GmbH (WVV) geht es um „ein Projekt von Jahrzehnten“.
Angesichts dieser Dimensionen ist es geradezu verwunderlich, dass es im Vorfeld der Abstimmung lediglich Diskussionen über die Trassenführung der neuen Linie 6 gegeben hat, weniger aber über die grundsätzliche Notwendigkeit einer Straßenbahnlinie ins Hubland. Vermutlich werden die Bedenken erst dann lautstark geäußert, wenn sich der Stadtrat für die Linie entschieden hat und die Bürger allmählich feststellen, was da auf sie zukommt.
update: Der Stadtrat hat sich in großer Einmütigkeit für die Straßenbahntrasse entlang der Residenz ausgesprochen. Die Linie 6 wird folglich vom Barbarossaplatz über Theaterstraße entlang der Balthasar-Neumann-Promenade und durch die Ottostraße, hinauf an der Sieboldstraße, über den Frauenland-Platz und die Zu-Rhein-Straße zum Wittelsbacher Platz führen und von dort über Zwerchgraben und Maurmeierstraße zu Galgenberg, Universität und später zum Gelände der Leighton Barracks. Erstmals fahren soll die neue Straßenbahn im Jahr 2017.
Lahmgelegt
„Durch Spaziergänge um den Berliner Ring den Verkehr lahm zu legen, ist irgendwie eine nette Demo-Idee“, fand Tilman in der Main-Post angesichts der Demonstrationen der Schüler und Studenten in der vergangenen Woche.. „Allerdings kamen mir Zweifel, was so ein Protest mit Bildungspolitik zu tun haben soll.“
Schlechtes Klima fürs Radfahren
Kaum scheint die Sonne, treten die Radfahrer verstärkt in die Pedale. Entlang des Mains waren die Radwege stadtauswärts auch an den Osterfeiertagen ausgiebig befahren. Der Anblick der radelnden Menschen erfreut insbesondere den Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC), der bereits seit 30 Jahren für das Radfahren wirbt. Der Würzburger Kreisverband des ADFC moniert in einem Gespräch mit der Main-Post allerdings, dass sich die Stadt gegenüber Radfahrern nicht sehr aufgeschlossen zeige.
Die Vorsitzenden des Kreisverbands führen den letzten Fahrradklimatest von 2005 an, als Würzburg unter 21 getesteten Städten (mit einer Einwohnerzahl zwischen 100 000 und 200 000 Menschen) nur auf dem letzten Platz gelandet war. Seitdem habe sich bedauerlicherweise zu wenig getan. Neue Radwege würden nur zögerlich angelegt und wenn, dann seien diese meist nicht ohne Gefahr für die Radfahrer. Als Beispiel führt der ADFC die zu schmalen Radwege zwischen Friedensbrücke und Berliner Platz an, die den Radlern bei auftretenden Hindernissen keine Ausweichmöglichkeiten ließen.
Erwünscht sind hingegen ausgewiesene, durchgängige Wege, die es den Radfahrern ermöglichen, zügig voranzukommen, ohne Passanten zu gefährden oder selbst vom Autoverkehr gefährdet zu werden. In dieser Angelegenheit wünscht sich der ADFC ein Umdenken im Rathaus. Man müsse begreiflich machen, dass mehr Fahrradfahrer in einer Stadt eine Steigerung von Lebensqualität bedeute.