Archiv für die Kategorie „Stadtbild“

Design Tagebuch zum neuen Logo

Nach Meinung des Design Tagebuchs überzeugt das neue Würzburg-Logo nicht – und vierzig Kommentatoren finden eine Reihe von Mängeln, die auch handwerklicher Natur sind. Noch wäre ja Zeit, entsprechende Korrekturen am Logo vorzunehmen.

Ein neues Logo für die Stadt

Auf der Pressekonferenz des Oberbürgermeisters hat die Stadt das neue Logo vorgestellt, mit dem sich Würzburg künftig in einem einheitlichen Erscheinungsbild präsentiert. Entworfen hat es der Stadtgrafiker Markus Westendorf. Es zeigt die historische Silhouette der Innenstadt sowie – mit einer angedeuteten Spiegelung im Main – die Festung Marienberg. Verwendet wird es in den Farben rot und schwarz. Eingeführt werden soll es schrittweise ab 2010 und dann städtische Briefbögen, Formulare, Broschüren, Internet-Auftritte, Plakate oder Werbeartikel zieren.

Das neue Stadtlogo ist, so sehen es die Verantwortlichen des städtischen Eigenbetriebs Congress-Tourismus-Wirtschaft, „ein wichtiges Instrument für das Standortmarketing im zunehmenden Wettbewerb unter Städten und Regionen“. Und Oberbürgermeister Georg Rosenthal ergänzt: „Es zeigt die Tradition der Stadt Würzburg, repräsentiert aber auch seine moderne Verwaltung. Es trägt maßgeblich zur Unterscheidbarkeit und zur Wiedererkennung der Stadt bei.“

Allerdings: Das bisherige Stadtwappen mit der schräg gestellten Fahne bleibt im Einsatz, als „Zeugnis der langen Geschichte und Tradition der Stadt Würzburg“ und als hoheitliches Zeichen, das nur von der Stadtverwaltung verwendet werden darf.

Mehr zum neuen Erscheinungsbild der Stadt Würzburg finden Sie hier.

Hotelturm mit Happy End?

Diese Artikelüberschrift in der Main-Post ließ aufhorchen: „Aus Bauruine wird Vier-Sterne-Haus“. Die Zeitung berichtet, dass sich für den nur halbfertig gebauten Hotelturm in der Schweinfurter Straße nun doch noch ein Nutzer gefunden habe. „Die Geschichte vom ewig unfertigen Rohbau des Hotelturms, der fast fünf Jahre lang leer stand, könnte ein Happy End bekommen“. Der Investor, die Ghotel-Gruppe aus Bonn, plant für das Frühjahr 2011 die Eröffnung des Vier-Sterne-Hotels mit 220 Zimmern.

Die Würzburger indes sind skeptisch, wenn es um den „Skandal-Turm“ (Main-Post) geht. Zu einem glücklichen Ende wird es für sie erst dann kommen, wenn – wie Main-Post-Redakteur Michael Czygan treffend kommentiert – „der erste Gast in das Turmhotel eingezogen ist“.

Die langweiligste Stadt?

Das „Besondere, Charakteristische, Unverwechselbare in Temperament und Erscheinungsbild dieser Stadt“ behandelte der Publizist Klaus M. Höynck in seiner bemerkenswerten Rede bei der Vorstellung des von ihm im Echter Verlag herausgegebenen Bild- und Textbandes „Würzburg – ein Jahrhundert in seltenen Bildern“ (192 Seiten, gebunden mit Schutzumschlag, 160 Schwarzweißbilder, ISBN 978-3-429-03154-4, 29,– Euro). Der leicht gekürzte Text seines Beitrags ist hier zu lesen.

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Unser Schmuckkästchen

Zum Welterbestatus des Würzburger Residenz waren dieser Tage gleich mehrere Aussagen zu vernehmen – wohl angesichts der Aberkennung des UNESCO-Titels in Dresden wie auch der baulichen Eingriffe durch die beschlossene Straßenbahntrasse. Aus der Pressestelle der Stadt hieß es, die Residenz als eine von 33 Welterbestätten in Deutschland, sei das „Schmückkästchen im Herzen der Stadt“. Und für den vermeintlichen Fußball-Fan Gerhard Weiler, den Leiter der Schloss- und Gartenverwaltung Würzburg, hebt der Welterbetitel die Residenz „in die Champions League der Denkmäler“. Peter Oettinger, Leiter der Würzburger Congress- und Tourismus-Zentrale, macht darauf aufmerksam, dass die Residenz durch ihr Prädikat „Welterbe“ enorme Besucherströme generiere. Diesen Titel will die Stadt auf keinen Fall durch die an der Residenz entlangführende Straßenbahntrasse gefährden. Und so sagt Georg Wagenbrenner, der Pressesprecher der Stadt Würzburg, folgerichtig: „Unser Welterbe Residenz ist mitunter die wichtigste Außenwerbung für die Stadt. Da brauchen wir gar nicht drüber zu reden.“ (Die Zitate stammen aus der Main-Post)

Der Wille nach der besten Lösung

Im April war Hans Steidle vom Stadtrat zum neuen ehrenamtlichen Stadtheimatpfleger bestellt worden, der als Mitglied der Kulturbeirats und der Stadtbild-Kommission jenen Stadtrat berät. Die Main-Post hat den promovierten Historiker, der seit 30 Jahren am Mozart-Gymnasium unterrichtet, in einem Porträt vorgestellt. Darin sagt der gebürtige Würzburger, wie er sich in die Auseindersetzungen um die Stadtgestaltung einbringen und die Streitkultur über das Stadtbild verbessern will. Der auch als kritischer Buchautor hervorgetretene Hans Steidle möchte mit objektiven Kriterien eine Versachlichung der Diskussionen herbeiführen. Diese sollen zudem stattfinden, bevor Entscheidungen gefällt werden. „Es geht nicht darum, neue Lösungen prinzipiell zu verhindern“, sagt er. „Bislang mangelt es nur häufig am Willen, nach der besten Lösung zu suchen.“

Einen Eindruck vom neuen Stadtheimatpfleger können sich Interessierte am Dienstag, 16. Juni, um 19 Uhr bei einem Vortrag im Falkenhaus mit anschließender Führung über den Würzburger Marktplatz machen. Der Eintritt ist frei.

Ein neues Niveau

Herrschaftlich kommt sie schon lange nicht mehr daher, die Kaiserstraße. Jetzt ist „die Realisierung einer Neugestaltung der ehemaligen Prachtstraße in greifbare Nähe gerückt“, berichtet das Volksblatt.

Modern und progressiv“ soll die neue Kaiserstraße künftig daherkommen. Der siegreiche Wettbewerbsentwurf sieht einen Straßenraum auf einem neugepflasterten, ebenerdigen Niveau vor. Die Straßenbahn, die Fußgänger und die Auslagen der Geschäfte sollen durch unterschiedliche Oberflächenbeläge voneinander abgeteilt werden. Einheitliche Glasdächer und Markisen über den Geschäften sollen zudem zu einem durchgängigen Erscheinungsbild beitragen. Die Kosten für die 2010 beginnende Umgestaltung sind mit 1,4 Millionen Euro veranschlagt.

Über Würzburger Endwürfe

Interessante Ansichten und Einsichten sind mitunter beim Blick in die Leserbriefspalten der Main-Post zu gewinnen. „Wofür wurde eigentlich der Martktplatz neu gestaltet?“, fragt eine Leserin und setzt sogleich zu einer Schelte an: „Eine Pflasterwüste ist daraus geworden. Nichts Grünes, nichts Schönes ist zu sehen. Bänke wurden aufgestellt, wuchtige Blöcke ohne Lehnen. Man muss eine zweite Person finden, damit man Rücken an Rücken sitzen kann.“

Im Fall des geplanten Baus eines Geschäftshauses in der Spiegelstraße fragt eine andere Leserbriefschreiberin: „Ist das Würzburger Logik? Wenn an der hinteren Straße notgedrungen hässliche Nachkriegs-Zweckbauten stehen, dann sollte man an die vordere Straße – 60 Jahre später – auch was Hässliches hinbauen?“ 

Allgemeine Gültigkeit für Bauvorhaben jeglicher Art darf beanspruchen, was sie anschließend schreibt: „Kritik kann gar nicht früh genug kommen, da ,Entwurf‘ oft überraschend schnell ,Endwurf‘ ist.“ Und: „Ist das Kind im Brunnen, dann kommt der vorwurfsvolle Ruf an die schlauen Durchblicker in dieser unserer Kulturstadt, nicht mutig genug gewesen zu sein!“

Das hat ein weiterer Würzburger beherzigt und ebenfalls einen Leserbrief verfasst, der sich mit dem bis 2016 geplanten Bau der vom Barbarossaplatz zum Hubland führenden Straßenbahnlinie 6 beschäftigt. Er bezweifelt, dass sich auf dieser Strecke dann „Fahrgäste mit neuem Ticket tummeln“ und „dass alle abgekoppelten Stammfahrgäste, die bisher mit dem Bus fuhren, dann zu Umsteigern werden müssen“. Seine Befürchtung: „Die Semmelstraße wird mit Sicherheit nicht aufgewertet, denn die Fahrgäste fahren vorbei.“ Schlimmer noch: „Würzburgs Innenstadt wird zur Einbahnstraße.“ Wer in den Parkhäusern dann keinen Platz fände, würde gleich weiter nach Schweinfurt fahren.

Kiliansbrunnen kommt zurück

Vor zwei Jahren war der Kiliansbrunnen auf dem Bahnhofsvorplatz abgebaut worden. Seitdem werden die steinerne Brunnenschale und die Bronzestatue aufwendig restauriert. Im Frühsommer soll der „neue“ alte Brunnen wieder vor dem Bahnhof stehen.

„Hoffentlich ist dann noch Geld fürs Wasser da“, stänkert Tilman in der Main-Post.

Wohin mit dem Einkaufszentrum?

Während der Einzelhandelsverband mit Blick auf den geplanten Bau einer Einkaufsgalerie auf dem sogenannten Mozart-Areal noch glaubt, in dieser Angelegenheit gehe etwas voran, schlummert der Bebauungsplan seit bald drei Jahren in städtischen Schubladen. Da kommt die Diskussion um die geplante Straßenbahnlinie gerade recht. Denn so lange nicht klar ist, wo deren Trasse verläuft, lässt sich schlecht ein Verkehrsgutachten für die weitere Planung des Mozart-Areals erstellen.

Angesichts dieser Umstände fühlt sich auch die Bayerische Schlösserverwaltung, die laut Main-Post das „Damoklesschwert“ in der Hand hält, nicht zur Eile gedrängt. Gern will sie bei der Suche nach einem Kompromiss behilflich sein. Eines ist aber wohl schon klar: Die Bebauung gegenüber der Residenz würde in jedem Fall um einige Nummern kleiner ausfallen als ursprünglich vorgesehen. Damit dürfte das Einkaufszentrum an dieser Stelle gescheitert sein.

Dazu passt, was Heike Göbel in der Main-Post schreibt: „Offiziell wird im Rathaus noch nicht über Alternativen gesprochen. Inoffiziell hört man allerdings, dass die Suche nach neuen Standorten für ein Einkaufszentrum, wie zum Beispiel das WVV-Gelände in der Bahnhofstraße, längst begonnen hat.“