Archiv für die Kategorie „Sachbuch“

Das tägliche Überleben

Mehr als einhundert Zeitzeugen haben die Autoren des jetzt erschienenen Buches „… froh, dass der Scheisskrieg vorbei war!“ befragt. Dabei herausgekommen sind hochinteressante Auschlüsse über die Nachkriegszeit in Würzburg. Der von Christoph Daxelmüller vom Lehrstuhl für Europäische Ethnologie/Volkskunde an der Universität Würzburg herausgegebene Band beschreibt anhand zahlreicher Augenzeugenberichte und analysierender Texte, „wie sich die Würzburger mit Improvisationstalent, Ausdauer und auch Glück dem täglichen Überleben in der weitestgehend zerstörten Stadt stellten“ (Main-Post). Auch das Verhältnis der Würzburger zu den amerikanischen Besatzungssoldaten wird ausführlich beschrieben, ebenso die äußerst mangelhafte Lebensmittelversorgung. Der Historiker Roland Flade urteilt: „Das Buch schließt manche Lücke in unserer Kenntnis der unmittelbaren Nachkriegszeit und ist auch für jene lesenswert, die glauben, sich in dieser turbulenten Periode der Stadtgeschichte gut auszukennen.“

„… froh, dass der Scheißkrieg vorbei war!“ Alltag in Würzburg nach 1945, 250 Seiten mit zahlreichen Abbildungen, ist im Würzburger Verlag Königshausen & Neumann erschienen und für 16,80 Euro im Buchhandel erhältlich.

Ein Plädoyer für die Altstadt

Ein engagiertes wie auch fundiertes Plädoyer für den Erhalt des ehemaligen Mozart-Gymnasiums hat Hans Steidle in Buchform vorgelegt. „Ich möchte eine gründlichere Diskussion in der Stadt, damit man das frühere Mozart-Gymnasium nicht erst abreißt und hinterher sagt: Wenn wir das alles vorher gewusst hätten, hätten wir es stehen lassen“.

Die Fakten und Hintergründe zum Mozart-Areal trägt Steidle auf über 160 Seiten zusammen. Mit „Vom Kaiserhof zum Konsumtempel. Eingriffe in die Würzburger Altstadt“, erschienen im Echter Verlag (ISBN 978-3-429-03068-1, 14,80 Euro), legt der promovierte Historiker und Lehrer am Mozart- und Schönborn-Gymnasium ein außerordentlich wichtiges Buch vor. Denn es bietet neben der Diskussion um das Mozart-Areal auch grundsätzliche Denkanstöße und Kriterien für die künftige Innenstadtgestaltung. In diesem Rahmen analysiert Steidle die beiden gescheiterten Versuche, am Bahnhof und auf dem Mozart-Areal große Einkaufszentren in der Innenstadt zu errichten, und er findet und lobt ansprechende Beispiele gelungener Stadtarchitektur in Würzburg.

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