Langwierig gestaltete sich die Suche nach einem Nachfolger für Stadtbücherei-Chefin Hannelore Vogt, die sich vor fast einem Jahr nach Köln verabschiedet hatte. „Nach mehreren bundesweiten Ausschreibungen und Gesprächen mit Bewerbern“, so berichtet die Main-Post, hätten sich nun die Mitglieder des Personalausschusses auf die 39 Jahre alte Anja Flicker als Nachfolgerin geeinigt. Beachtenswert dabei: „Es brauchte mehrere Anläufe, um den Posten zu besetzen. Nach der ersten Ausschreibung ging es in die Verlängerung, und als man dann einen Kandidaten hatte, sagte der wieder ab: Die Ehefrau wollte nicht nach Würzburg.“
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Miss Verständnis
Ein hochkarätige Jury hat im Kiliani-Festzelt die neue „Miss Würzburg“ gekürt. Die heißt Julia Höhn, ist Industriekauffrau und kommt aus – Wilhermsdorf, „und das liegt neben Unterulsenbach irgendwo in Mittelfranken“, wie die Main-Post schreibt. Was nirgendwo zu lesen war: Wie kann eine junge Frau „Miss Würzburg“ werden, wenn sie weder in der Stadt geboren ist noch hier zumindest wohnt?
Eine bedenkliche Initiative
Es soll ein Magazin entstehen, das das „mannigfaltige, kulturelle Leben in unserer Stadt manifestieren und widerspiegeln“ und alle Sparten von Kultur „möglichst umfassend darstellen“ soll. Und „es soll diskutiert und mit nachhaltigen Beiträgen über den Kulturstandort Würzburg in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft ausgestattet“ werden und langfristig auch die Landkreise Kitzingen, Main-Spessart, Main-Tauber, Schweinfurt, Rhön-Grabfeld, Bad Kissingen, Haßberge und natürlich auch die Stadt Schweinfurt einbeziehen. Kurz: „Das neue Kulturmagazin soll über die Beteiligung der Partner … das Medium der Kulturregion werden.“
So liest es sich in der Ausschreibung für jenes neue Kulturmagazin, „das Würzburgs Kulturreferent aus einem, sagen wir, hafensommerlichen Schwung heraus initiieren möchte“, wie es Wolf-Dietrich Weissbach in der nummer 46, Zeitschrift für Kultur in Würzburg, kommentiert. Für ihn „bleibt ernsthaft betrachtet, vor allem unter Berücksichtigung der Zielvorgabe (Medium der Kulturregion) tatsächlich allein die Main-Post, die zumindest journalistisch und logistisch ein solches Projekt verwirklichen könnte“.
Abgeschaltet
Dieses AKW ist jetzt gewissermaßen vom Netz genommen worden: Das Autonome Kulturzentrum Würzburg auf dem Bürgerbräu-Gelände in der Frankfurter Straße hat Insolvenzantrag beim Amtsgericht gestellt. Noch stärker als die mehreren zehntausend Euro Schulden bei Bank, Stadt und Mitarbeitern wog, wie Johannes Burow vom AKW selbstkritisch feststellt, zuletzt das Fehlen an engagierten Mitarbeitern und Ideen.
Von einer „Gegenkultur“ mit neuen künstlerischen und politischen Formen und Inhalten, die das AKW seit seiner Gründung 1982 sein wollte, sei schon lange nichts mehr zu spüren gewesen. Kulturreferent Muchtar Al Ghusain spricht von einem „gefühlten und psychologischen Verlust“; ein tatsächlicher Verlust fürs städtische Kulturleben sei „nicht messbar“, weil der Besuch zuletzt völlig eingebrochen war.