„Würzburg ist die perfekte Mischung aus Provinz und Großstadt, Bauernhof und Hochhaussiedlung.“ Nein, dieser Ausspruch stammt nicht von der Würzburg AG – würde den Erfindern und energischen Verfechtern des Werbeslogans „Würzburg. Provinz auf Weltniveau“ aber wohl gefallen. (Die Urheberrechte des Eingangssatzes gehören dem Filmemacher Oliver Kienle. Der gebürtige Dettelbacher und Diplomand der Filmakademie Ludwigsburg dreht hier ab Mitte April seinen Debütfilm, ein Jugend-Drama, und erklärte mit jenen Worten, warum seine Wahl auf Würzburg als Drehort gefallen ist.)
Nicht gefallen hat der Würzburg AG hingegen die Diskussion über ihren umstrittenen Werbeslogan, der eine „hitzige Debatte entfacht“ (Main-Post) hatte. Zudem seien die Ergebnisse einer Diskussionsrunde „einseitig dargestellt“ worden, woraufhin die Main-Post der Würzburg AG eine Zeitungsspalte Platz eingeräumt, in der diese nun unter anderem sagten, dass niemand der Kritiker sich die Mühe mache, das Konzept hinter dem Slogan genau anzuschauen – um gleich darauf selbstkritisch einzugestehen, das man eben dieses Konzept von Seiten der Würzburg AG bislang zu wenig kommuniziert habe.
Kommunizieren will die Würzburg AG nun aber. Nicht mit dem Würzburger Volk, sondern mit 2500 Kreativen beim Internet-Portal jovoto.de auf einem „radikal neuen Weg der Ideenkreation“ (Eigenwerbung jovoto). „Ein Spruch wie ,Provinz auf Weltniveau‘ ist da ein Türöffner“, glaubt die Würzburg AG. Als Nachweis führt sie den – na, mal ehrlich: in die Hose gegangenen – bei jovoto.de veranstalteten Logowettbewerb für den SPD-Kanzlerkandidaten Frank-Walter Steinmeier an.
Überhaupt nicht gefallen wird der Würzburg AG wahrscheinlich das Vorpreschen der Würzburger Werbeagentur Gerryland, die auf einer viertelseitigen Anzeige in der Main-Post vom Samstag schreibt „Wir können das Wort ,Provinz‘ nicht mehr hören“ und mit „Würzburg. Wissen, Wein und Weltkultur“ nun ihrerseits einen Sloganvorschlag für Würzburg präsentiert.