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Der Zauber dieser Stadt

„Das Stadtbild wird von den alten Türmen des Doms, des Neumünsters und dem Grafeneckart und der Residenz dominiert. Die Dachlandschaft ordnet sich diesen markanten Punkten unter. Darauf beruht der Zauber dieser Stadt. Der neue Turm passt da nicht hinein.“

Im Interview mit wob-aktuell übt Professor Stefan Kummer, Vorsitzender des Würzburger Verschönerungsvereins, Kritik am geplanten Hochhaus-Neubau in der Augustinerstraße, hauptsächlich an dessen Höhe, denn „die Fassade ist Geschmackssache“.

Der Kunsthistoriker will nicht als Verhinderer auftreten. „Würzburg soll sich durchaus weiterentwickeln, das hat es seit dem Wiederaufbau auch erfolgreich getan. Nur hat man damals noch versucht, eine Brücke vom Altem zum Neuen zu schlagen, um die Einheit des Stadtbildes zu wahren. Diesen Brückenschlag vermisse ich heute oft. Vielmehr habe ich den Eindruck, dass immer wieder versucht wird, mit neuen Gebäuden einen möglichst großen Kontrast zu erzielen. Man denke nur an die gestreifte Spankiste am Unteren Markt.“



Eine geniale Stadt

„Aus meiner Sicht ist Würzburg eine geniale Stadt – mit überschaubaren Strukturen, Stil, Vitalität, einem guten kulturellen Angebot.“

Das sagt Peter Bofinger, Lehrstuhlinhaber für Volkswirtschaftslehre, Geldpolitik und internationale Wirtschaftsbeziehungen an der Universität Würzburg, der zudem Mitglied der Fünf Wirtschaftsweisen ist, wie der Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtlichen Entwicklung auch genannt wird. In seinem Interview mit der Main-Post fügt er noch hinzu: „Außerdem liegt Würzburg fantastisch zentral. Wenn man viel unterwegs ist wie ich, kann man kaum einen besseren Standort haben. Gerade wenn man ein relativ hektisches Leben führt, ist es immer schön, wieder nach Würzburg zu kommen.“

Im Mittelfeld

„Frankenmetropole punktet mit Bruttoinlandsprodukt, Hochqualifizierten und Lehrstellen, liegt bei der Jobversorgung aber hinten.“

Das Ergebnis eines sogenannten Regionalrankings unter bundesweit 409 Landkreisen und kreisfreien Städten in Deutschland liest sich für Würzburg zunächst einmal ernüchternd, denn die Stadt landet dabei lediglich auf Platz 190. In Bayern belegt Würzburg auch nur Platz 85 unter den 96 Kreisen und kreisfreien Städten.

Die Standortstudie berücksichtigt ökonomische und strukturelle Indikatoren wie Kaufkraft, Produktivität, Ausbildungsplatzdichte und Kriminalität. Während Würzburg bei Jugendarbeitslosigkeit (bundesweit Platz 13) und Wirtschaftskraft (36.) sowie auch bei den Hochqualifizierten (62.) und den Ausbildungsplätzen (68.) bundesweit mit vorn liegt, schneidet die Stadt bei Produktivität (278.), der Anzahl der Straftaten (320.) sowie bei öffentlichen Schulden (373.) und bei der Arbeitsplatzversorgung, sprich: dem Anteil der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten (404.), äußerst schlecht ab.

Rein statistisch betrachtet mag an diesen Zahlen vielleicht alles richtig sein. Aber was sollen sie eigentlich aussagen?

Weitgehend zufrieden

„Die Bürger und Mitarbeiter sind mit dem Bürgerbüro weitgehend zufrieden.“

Die Bilanz von Oberbürgermeister Georg Rosenthal ein Jahr nach dem Start des elektronischen Bürgerbüros im Würzburger Rathaus klingt „relativ bescheiden“, wie die Main-Post in ihrem Beitrag „Ein Geburtstag ohne Grund zum Feiern“ schreibt. Das „bundesweit einmalige Vorzeigeprojekt“, so nannte es die damalige Oberbürgermeisterin Pia Beckmann beim Projektstart, sollte die Verwaltung revolutionieren, viele Millionen Euro (Personal-)Kosten einsparen und dem Bürger ermöglichen, mit einem einzigen Behördengang gleich mehrere Anliegen erledigen zu können. Doch von der erwarteten Kostenersparnis ist dem Zeitungsbericht zufolge noch keine Rede. Und auch das Ziel, das die Bürger die meisten Behördengänge ab 2011 übers Internet erledigen können, werde, so Rosentahl, „voraussichtlich nicht erreicht“.

Unterirdisch gut

„Das ist ein bedeutender Schritt auf dem mühseligen Weg zu einem attraktiven Stadtbild.“ 

Mit diesen Worten bezeichnete Hans Werner Loew, Fraktionschef der SPD im Würzburger Stadtrat, den Einbau von Würzburgs erstem unterirdischen Glascontainer, der in der Karmelitenstraße zu bestaunen ist. Von den drei versenkten Glascontainern ragen dort nur noch die Einwurfschächte aus dem gepflasterten Boden.

Mozartfest ist was Tolles

„Der Würzburger sagt a) es gibt keine Karten und b) wenn’s Karten gibt, sind sie zu teuer. Damit möchte ich grundsätzlich aufräumen. Das schaff’ ich freilich nicht von heute auf morgen, aber ein Anfang ist schon 2009 gemacht. Ich möchte, dass ganz Würzburg sagt: ,Mozartfest ist was Tolles, da geh ich hin.‘“

So äußert sich der neue Leiter des Würzburger Mozartfestes, Christian Kabitz, in einem Interview mit Ralph Heringlehner in der Main-Post. Kabitz, der seit 30 Jahren Kirchenmusikdirektor an der Würzburger Kirche St. Johannis, unter anderem auch Leiter der Würzburger Bachtage ist und das Würzburger Mozartfest seit September vergangenen Jahres leitet, wirft bereits einen Ausblick auf das Mozartfest 2010, wenn es „in Richtung auf eine zeitgemäße Mozart-Interpretation in allen Facetten“ geht, mit Mitternachtskonzert, Wandelkonzerten in der Residenz und einem Fest im Park. Es „muss ein Festival für die Stadt Würzburg sein. Es muss im Stadtbild präsent sein.“ Und: „Unsere Stadt muss spüren: ,Es ist Mozartfest.‘“

Im Leporello stimmt Susanna Khoury auf das Mozartfest 2009 vom 29. Mai bis 5. Juli ein. Für ihren Ausblick nimmt sie das bei der offiziellen Präsentation des Mozartfestes verwendete Schlussbild eines Air-France-Flugzeugs beim Steigflug auf: „Ob das ,neue‘ Mozartfest beim Start gut wegkommt, den Horizont im Auge behält, zwischenlanden muss, einen gigantischen Höheflug hinlegt, aus der Vogelperspektive agiert oder eine Punktlandung erfährt, das alles steht noch in den Sternen.“

Einfach nur bescheuert

„Ich find’s nicht provokant, ich find’s nicht originell, ich find’s auch nicht ironisch. Ich find’s einfach nur bescheuert.“

Das sagt Frank-Markus Barwasser alias Erwin Pelzig zu jenem vieldiskutierten Slogan „Würzburg – Provinz auf Weltniveau“, mit dem die Würzburg AG gern für diese Stadt werben möchte. Dass der in Würzburg gebürtige Kabarettist diese Aussage „ein bisschen peinlich“ findet, dabei zudem „die geringste Spur von Selbstironie“ vermisst und sich gehäkelte Laptoptaschen wahrlich nicht als Würzburg-Souvenir vorstellen möchte, hat er in einem Interview mit der Main-Post gesagt.