Archiv für die Kategorie „aufgelesen“

Ein heiterer Akzent

„Der neue s.Oliver-Bau am Oberen Markt fällt angenehm auf, indem er nicht unangenehm auffällt.“

Lobende Worte für das neue Geschäftshaus des Modeunternehmens findet Stadtheimatpfleger Hans Steidle in seinem Gastbeitrag für die Main-Post. „Das Ergebnis kann sich sehen lassen“, urteilt  Steidle. „Auch das steile Dach passt sich ein, ist jedoch in der Steinfassung abgehoben. Auch dies ist gute alte Würzburger Tradition: Vor mehr als 800 Jahren wurden auch die Turmhelme von St. Burkhard aus Stein gemauert.“ Das Haus selbst stehe „wie selbstverständlich“ an der Ecke, springe nicht aus den Baulinien, wirke „insgesamt zurückhaltend“. „Farblich wirkt die helle Muschelkalkverkleidung als Gewinn, da ein heller Farbcharakter der Innenstadt … einen heiteren Akzent verleiht.“

Gold aus dem Meer

„Seine Sympathiewerte im Raum Würzburg sind extrem hoch. Dort ist er eine starke Figur, und ich kenne keinen, der ihn nicht gut findet.“

Das Lob von Karina Freude gilt dem Würzburger Schwimmer Thomas Lurz, den die Sportmanagerin aus Düsseldorf professionell vermarktet. „Bei einem Sportler auf dem hohen Niveau eines Thomas Lurz liegt der Betrag, um ein Jahr mit ihm werben zu dürfen, bei einer hohen fünfstelligen bis niedrigen sechsstelligen Summe.“ Das ist der 29 Jahre alte Langstreckenschwimmer allemal wert. Bei den momentan ausgetragenen Schwimm-Weltmeisterschaften hat er im Meer vor Ostia sowohl über fünf Kilometer als auch im Zehn-Kilometer-Rennen gewonnen und damit seine WM-Titel sieben und acht geholt. Ganz herzlichen Glückwunsch!

Scheibenwischer

„Warum wurden die Fenster am Kulturspeicher noch nie geputzt?“

Das ist eine gute Frage, die Grünen-Stadträtin Karin Miethaner-Vent in der Stadtratsitzung stellte. Dass sie darauf keine Antwort bekam, war vielsagend. Sollte es, wie sie gehört habe, tatsächlich zutreffen, dass die Scheibenwischer nicht an die Fenster herankommen würden, weil das vom Architekten nicht bedacht oder vorgesehen war. In jedem Fall ist das Glas hinter den Lamellen in den vergangenen sieben Jahren (!) nicht gereinigt worden. Einen Putz haben die Scheiben in jedem Fall nötig, denn auch am Kulturspeicher herrscht eine anscheinend nicht beherrschbare Taubenplage, wegen der die Stadtratsitzung unter anderem angesetzt war.

Für einen Euro

„Wir werden mit Leistung überzeugen.“

Das entgegnet Jürgen Scheller den Kritikern des neuen Ein-Euro-Shops, der am Samstag im ehemaligen Arena-Haus in der Domstraße eröffnet. Wie, bitte schön, hat man sich denn diese Leistung vorzustellen? Der Geschäftsführer von Schum Euroshop versichert jedenfalls: „Das wird alles andere als ein Ramschladen“. Was denn dann?

Das Panorama der Stadt genießen

„Wird unsere schöne Stadt vom ungeliebten Forum am Markt geprägt?“

Das fragt Leserbriefschreiber Heinz K. in der Main-Post, der Würzburg durch den Großteil der Leserbriefe in ein schlechtes Licht gesetzt sieht. Diesen „Nörglern“ rät er: „Genießen Sie doch nur ein Stündchen in der blühenden Anlage unterhalb der Alten Mainbrücke das Panorama der Stadt: Fluss, Schiffe, Alte Mainbrücke, Festung und Käppele. Welche Stadt kann auch solch ein Panorama bieten?“

Das Wichtigste auf Seite 1

„Das Leben geht weiter.“

Diese bekannte Weisheit, nun auch von Basketballer Dirk Nowitzki ausgesprochen, befand die Main-Post als die Nachricht des Tages und setzte sie als Überschrift zusammen mit einem großformatigen Foto des Würzburger Sportlers folgerichtig auf die Seite eins. Dort ist außerdem zu lesen, dass sich Dirk Nowitzki auf der Pressekonferenz seines Werbepartners, einer Bank, mit der er seinen Werbevertrag um drei weitere Jahre verlängerte, „überraschend locker präsentierte“. Ferner erklärte Nowitzki, dass er sich der Verantwortung stellen werde, wenn sich bewahrheiten sollte, dass seine inhaftierte Ex-Verlobte ein Kind von ihm erwarte. Das Wichtigste aber ist: „Ich bin wieder wohlauf.“ Woraus sich doch alles eine Nachricht machen lässt.

Aufregende Kunst

„Es ist aufregend, dass es geklappt hat.“

Derart freute sich Marlene Lauter, Leiterin des Museums im Kulturspeicher, zur Eröffnung einer außergewöhnlichen Ausstellung in ihrem Hause. Achtzig Arbeiten von Paul Klee und Lyonel Feininger geben Auskunft über das Schaffen zweier Maler, die die Kunst des 20. Jahrhunderts geprägt haben – und die neben ihrem Todesjahr 1956 auch vieles andere gemeinsam hatten. Bis zum 6. September bleibt ausreichend Zeit, sich diese „aufregende“ Kunstausstellung nicht entgehen zu lassen.

abgestiegen

„Es wäre kühn, jetzt gleich wieder vom Wiederaufstieg zu sprechen.“

Gesagt hat das Würzburgs Oberbürgermeister Georg Rosenthal, in diesem Fall allerdings in seiner Eigenschaft als Vorsitzender des Würzburger Fuballvereins. Dessen Elf hat nach den beiden verlorenen Relegationsspielen nun den Weg von der Bayernliga in die sechstklassige Landesliga anzutreten – übrigens zusammen mit den Würzburger Kickers, die die Spielzeit nur als 18. und damit Letzte der Bayernliga beendeten, und der Mannschaft des 1. FC Schweinfurt 05 als dem Vorletzten.

Doppelt so berühmt

„Weimar hat einen viel schöneren Bahnhof als Würzburg. Alle haben einen schöneren Bahnhof als Würzburg.“

Diese Erfahrung hat Main-Post-Redakteur Wolfgang Jung bei einem Wochenendausflug nach Weimar gemacht. Und er hat noch mehr herausgefunden: „Weimar ist halb so groß wie Würzburg, aber doppelt so berühmt.“ Na gut, gegen Goethe und Schiller kommt Würzburg eben nur schwer an. Aber beim Bahnhof, da soll in Kürze ja einiges passieren.

Unterm Strich

„Jetzt ist es also vorbei.“

Gesagt hat das Frank Baumann. Zehn Jahre lang spielte der Würzburger bei Werder Bremen in der Fußball-Bundesliga. Das gewonnene Pokalfinale gegen Bayer Leverkusen war seine letzte Partie gewesen – nach 290 Bundesligaspielen, 28 Berufungen in die Nationalelf, darunter in den WM-Kader 2002 und in den EM-Kader 2004. Die Main-Post nennt ihn in ihrem Porträt den „heimlichen Star“. Jetzt wechselt er als Assistent von Bremens Manager Klaus Allofs die Seiten, und er sagt: „Unterm Strich bin ich zufrieden.“