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Wohin mit dem Einkaufszentrum?

Bei der Podiumsdiskussion „Was wird aus dem Nachkriegs-Würzburg?“ war auch das geplante Einkaufszentrum auf dem Mozart-Areal  (Hintergründe sind hier nachzulesen) zur Sprache gekommen. Von Stadtbaurat Christian Baumgart war dort noch zu vernehmen, dass die UNESCO und die Bayerische Schlösser- und Seenverwaltung „erhebliche Bedenken“ gegen ein Einkaufszentrum gegenüber der Residenz haben. In einem Gespräch mit der Main-Post sagte der Stadtbaurat einige Tage später allerdings, dass es „das Ziel bleiben (werde), dort zusätzliche Einzelhandelsflächen zur Attraktivitätssteigerung der Innenstadt zu entwickeln. Ob das dann noch Einkaufszentrum heißt, wird man sehen“. Und schon zwei Tage später meldet die Zeitung: „Für den Erhalt der Mozartschule machte sich in der Sitzung des Stadtrats keiner stark.“

Mit einem diskussionswürdigen Vorschlag warten nun die Wirtschaftsjunioren Würzburg auf. Der Zusammenschluss junger Unternehmer hat einen alternativen Standort für ein Einkuafszentrum in den Blick genommen: das Gelände des jetzigen (sanierungsbedürftigen) Mainfranken Theaters. Im Gegenzug bietet das Mozart-Areal und der Kardinal-Faulhaber-Platz ausreichend Platz für einen Theater-Neubau einschließlich Gastronomie. Die architektonischen Besonderheiten des Eingangsgebäudes der ehemaligen Mozartschule könnten so erhalten bleiben. Das Theater, so die Idee der Wirtschftsjunioren, könnte in einem modernen Anbau unterkommen. Gleichzeitig wären zusätzliche Nutzungen für Kultur und Bildung möglich.

War was?

Die Begebenheit liegt schon ein paar Jahre zurück. Wir waren aus dem Urlaub nach Würzburg zurückgekommen und ließen uns mit dem Taxi vom Bahnhof nach Hause fahren. Was sich denn während unserer zweiwöchigen Abwesenheit so ereignet hätte in der Stadt, wollten wir vom Fahrer wissen. Der überlegte kurz und sagte dann: „Die Pia hat ihren Doktor gemacht.“ Da waren wir aber erleichtert, neben der Promotion unserer damaligen Oberbürgermeisterin nichts verpasst zu haben.

In den diesjährigen Urlaub waren wir mit dem Auto gefahren und müssen uns nun selbst einen Überblick der Würzburger Ereignisse in den zuürckliegenden Wochen verschaffen. Deshalb die Frage: War was?

Schöne Ferien

Ganz so ernst dürfen die während der Ferienzeit in den Medien behandelten Themen wohl nicht genommen werden. Zwar fragt die Main-Post: „Welches Thema hat im Würzburger Sommerloch die Nase vorn?“, kann sich aber zwischen „Taubenplage, Provinz-Weltniveau-Diskussion oder die Wallung ums Toilettenhäuschen am Barbarossaplatz“ nicht entscheiden und sinniert stattdessen, ob man sich, wenn es pressiert, „auf Provinz- oder auf Weltniveau erleichtern soll“. Und wenn die Zeitung schon die Niveaufrage stellt, dann beantwortet sie diese mit einem halbseitigen Bericht über – so die Überschrift – „Deutschlands bekannteste TV-Sex-Beraterin“ Erika Berger.

Angesichts dieser heißen Themen darf sich glücklich schätzen, wer den August über im Urlaub ist. Deshalb erscheinen die nächsten Beiträge an dieser Stelle auch erst wieder im September. Schöne Ferien.

Der König in der Pop-Provinz

Am 21. August des Jahres 1988 war es gewesen, als der jetzt verstorbene König der Pop-Musik Michael Joseph Jackson ein viel umjubelteds Open-Air-Konzert auf den Mainwiesen gegeben hat. „43000 Menschen bevölkerten am Konzert-Sonntag die Mainwiesen, viele Fans ohne Tickets saßen in den umliegenden Weinbergen, nur um den Popstar live zu erleben“, erinnert die Main-Post an jenen Tag vor bald 21 Jahren. Und Tilman hätte vom verstorbenen Sänger gerne gewusst: „Haben sie Dir bei Deinem Auftritt wirklich weisgemacht, Du würdest nicht in der Pop-Provinz Würzburg, sondern in Frankfurt spielen?“

ausgeliefert

Unter main.de hat die Main-Post ein individualisiertes Internetportal gestartet, „für über 1600 Orte und über 250 Gemeinden aus Mainfranken“, wie die Zeitung schreibt. Die Main-Post will auf diesem Weg „Informationen, Bilder und Termine für jeden Ort im Verbreitungsgebiet individuell ausliefern“. Aus dem letzten Wort klingt noch der klassische Vertriebsweg für Zeitungen durch. Doch den verlässt die Main-Post damit ebenso wie die bisherige journalistische Berichterstattung. Denn die Leser sind aufgerufen, das Angebot ihrer Gemeinden „mitzugestalten“, indem sie Informationen, Berichte, Fotos und Videos beisteuern.

Nur hier ist nichts passiert

Köhler zum Bundespräsidenten (wieder)gewählt. Der VfL Wolfsburg deutscher Fußballmeister vor den Bayern. Der Mann, der Ohnesorg erschoss, ein DDR-Spitzel. – Was für eine Woche. Nur hier in Würzburg ist aus unerfindlichen Gründen nichts passiert, das eine Nachlese wert gewesen wäre, trotz der Bundeskanzlerin auf dem Marktplatz, dem Wildwasser-Entenrennen auf dem Main und dem Würzburg-Marathon durch die Stadt. Und selbst in Sachen Straßenbahn-Linie 6 regt sich kaum etwas in Würzburg.Hoffentlich hält diese Saure-Gurken-Zeit nicht mehr allzu lange an.

Den Hamstern geht es gut

Mit großer Erleichterung erfuhr der Main-Post-Leser: „Den Feldhamstern, die wegen des neuen Ikea-Möbelhauses umziehen mussten, geht es gut.“ Wir erinnern uns: Im Spätsommer 2007 waren die Feldhamster, 187 an der Zahl, mit Lebendfallen gefangen und etwa einen Kilometer entfernt angesiedelt worden, um sie vor dem Lärm und Schmutz der Ikea-Baustelle zu schützen. In ihrer neuen Heimat haben sich die kleinen Nager anscheinend gut eingelebt. „Diese Flächen“, erfährt der Leser, „werden von Bauern bewirtschaftet, um den Nagern das Bleiben zu versüßen. Zwanzig Jahre lang laufen diese Verträge erstmal, die Stadt und Ikea etwa 500.000 Euro kosten.“