Nach Meinung des Design Tagebuchs überzeugt das neue Würzburg-Logo nicht – und vierzig Kommentatoren finden eine Reihe von Mängeln, die auch handwerklicher Natur sind. Noch wäre ja Zeit, entsprechende Korrekturen am Logo vorzunehmen.
Ein neues Logo für die Stadt

Auf der Pressekonferenz des Oberbürgermeisters hat die Stadt das neue Logo vorgestellt, mit dem sich Würzburg künftig in einem einheitlichen Erscheinungsbild präsentiert. Entworfen hat es der Stadtgrafiker Markus Westendorf. Es zeigt die historische Silhouette der Innenstadt sowie – mit einer angedeuteten Spiegelung im Main – die Festung Marienberg. Verwendet wird es in den Farben rot und schwarz. Eingeführt werden soll es schrittweise ab 2010 und dann städtische Briefbögen, Formulare, Broschüren, Internet-Auftritte, Plakate oder Werbeartikel zieren.
Das neue Stadtlogo ist, so sehen es die Verantwortlichen des städtischen Eigenbetriebs Congress-Tourismus-Wirtschaft, „ein wichtiges Instrument für das Standortmarketing im zunehmenden Wettbewerb unter Städten und Regionen“. Und Oberbürgermeister Georg Rosenthal ergänzt: „Es zeigt die Tradition der Stadt Würzburg, repräsentiert aber auch seine moderne Verwaltung. Es trägt maßgeblich zur Unterscheidbarkeit und zur Wiedererkennung der Stadt bei.“
Allerdings: Das bisherige Stadtwappen mit der schräg gestellten Fahne bleibt im Einsatz, als „Zeugnis der langen Geschichte und Tradition der Stadt Würzburg“ und als hoheitliches Zeichen, das nur von der Stadtverwaltung verwendet werden darf.
Mehr zum neuen Erscheinungsbild der Stadt Würzburg finden Sie hier.
Wohin mit dem Einkaufszentrum?
Bei der Podiumsdiskussion „Was wird aus dem Nachkriegs-Würzburg?“ war auch das geplante Einkaufszentrum auf dem Mozart-Areal (Hintergründe sind hier nachzulesen) zur Sprache gekommen. Von Stadtbaurat Christian Baumgart war dort noch zu vernehmen, dass die UNESCO und die Bayerische Schlösser- und Seenverwaltung „erhebliche Bedenken“ gegen ein Einkaufszentrum gegenüber der Residenz haben. In einem Gespräch mit der Main-Post sagte der Stadtbaurat einige Tage später allerdings, dass es „das Ziel bleiben (werde), dort zusätzliche Einzelhandelsflächen zur Attraktivitätssteigerung der Innenstadt zu entwickeln. Ob das dann noch Einkaufszentrum heißt, wird man sehen“. Und schon zwei Tage später meldet die Zeitung: „Für den Erhalt der Mozartschule machte sich in der Sitzung des Stadtrats keiner stark.“
Mit einem diskussionswürdigen Vorschlag warten nun die Wirtschaftsjunioren Würzburg auf. Der Zusammenschluss junger Unternehmer hat einen alternativen Standort für ein Einkuafszentrum in den Blick genommen: das Gelände des jetzigen (sanierungsbedürftigen) Mainfranken Theaters. Im Gegenzug bietet das Mozart-Areal und der Kardinal-Faulhaber-Platz ausreichend Platz für einen Theater-Neubau einschließlich Gastronomie. Die architektonischen Besonderheiten des Eingangsgebäudes der ehemaligen Mozartschule könnten so erhalten bleiben. Das Theater, so die Idee der Wirtschftsjunioren, könnte in einem modernen Anbau unterkommen. Gleichzeitig wären zusätzliche Nutzungen für Kultur und Bildung möglich.
Ein heiterer Akzent
„Der neue s.Oliver-Bau am Oberen Markt fällt angenehm auf, indem er nicht unangenehm auffällt.“
Lobende Worte für das neue Geschäftshaus des Modeunternehmens findet Stadtheimatpfleger Hans Steidle in seinem Gastbeitrag für die Main-Post. „Das Ergebnis kann sich sehen lassen“, urteilt Steidle. „Auch das steile Dach passt sich ein, ist jedoch in der Steinfassung abgehoben. Auch dies ist gute alte Würzburger Tradition: Vor mehr als 800 Jahren wurden auch die Turmhelme von St. Burkhard aus Stein gemauert.“ Das Haus selbst stehe „wie selbstverständlich“ an der Ecke, springe nicht aus den Baulinien, wirke „insgesamt zurückhaltend“. „Farblich wirkt die helle Muschelkalkverkleidung als Gewinn, da ein heller Farbcharakter der Innenstadt … einen heiteren Akzent verleiht.“
Bücher mit neuer Chefin
Langwierig gestaltete sich die Suche nach einem Nachfolger für Stadtbücherei-Chefin Hannelore Vogt, die sich vor fast einem Jahr nach Köln verabschiedet hatte. „Nach mehreren bundesweiten Ausschreibungen und Gesprächen mit Bewerbern“, so berichtet die Main-Post, hätten sich nun die Mitglieder des Personalausschusses auf die 39 Jahre alte Anja Flicker als Nachfolgerin geeinigt. Beachtenswert dabei: „Es brauchte mehrere Anläufe, um den Posten zu besetzen. Nach der ersten Ausschreibung ging es in die Verlängerung, und als man dann einen Kandidaten hatte, sagte der wieder ab: Die Ehefrau wollte nicht nach Würzburg.“
Hotelturm mit Happy End?
Diese Artikelüberschrift in der Main-Post ließ aufhorchen: „Aus Bauruine wird Vier-Sterne-Haus“. Die Zeitung berichtet, dass sich für den nur halbfertig gebauten Hotelturm in der Schweinfurter Straße nun doch noch ein Nutzer gefunden habe. „Die Geschichte vom ewig unfertigen Rohbau des Hotelturms, der fast fünf Jahre lang leer stand, könnte ein Happy End bekommen“. Der Investor, die Ghotel-Gruppe aus Bonn, plant für das Frühjahr 2011 die Eröffnung des Vier-Sterne-Hotels mit 220 Zimmern.
Die Würzburger indes sind skeptisch, wenn es um den „Skandal-Turm“ (Main-Post) geht. Zu einem glücklichen Ende wird es für sie erst dann kommen, wenn – wie Main-Post-Redakteur Michael Czygan treffend kommentiert – „der erste Gast in das Turmhotel eingezogen ist“.
Was wird aus Würzburg?
Eine Podiumsdiskussion zum Stadtbild, organisiert vom Stadtheimatpfleger Hans Steidle und dem Kulturreferat der Stadt, will – so die Ankündigung – „das Bewusstsein für die jüngere Architektur und den vielschichtigen Charakter Würzburgs und für den sorgfältigen Umgang mit dem Stadtbild schärfen“. Unter dem Titel „Was wird aus dem Nachkriegs-Würzburg?“ wird es um „die Frage der Qualität der Nachkriegsarchitektur sowie über den Umgang mit dieser Architektur heute sowie in Zukunft“ gehen.
Auf das Podium steigen werden am Mittwoch, den 14. Oktober, um 20.15 Uhr in der Aula des alten Mozart-Gymnasiums: Stadtbaurat Christian Baumgart, Rembrant Fiedler vom Landesamt für Denkmalpflege, Stefan Kummer als Vorsitzender des Verschönerungsvereins Würzburg, Stadtheimatpfleger Hans Steidle und Gabriele Scholder vom Architekturbüro Stadt + Raum Würzburg. Moderiert wird die Diskussion von Eberhard Schellenberger vom Bayerischen Rundfunk.
Klare Worte zum Provinz-Slogan
Die erlösende Nachricht stand in der Main-Post: „Oberbürgermeister Georg Rosenthal geht deutlich auf Distanz zum ,Würzburg – Die Provinz auf Weltniveau‘-Kampagnen-Vorschlag der Würzburg AG. Der Stadtrat habe nie den Auftrag erteilt, ein solches Stadtmarketingkonzept zu entwickeln, teilt der OB mit.“
Damit reagierte Oberbürgermeister Rosenthal auf jene 300 Seiten dicke Dokumentation, mit der die Würzburg AG dem Stadtrat den umstrittenen Werbespruch noch schmackhaft machen wollte. Es bleibt zu hoffen, dass die Würzburg AG die klaren Worte des Oberbürgermeisters („Angesichts der zu erwartenden angespannten Haushaltssituation in den kommenden Jahren werden wir sicher keine Investitionen auf Weltniveau für eine Image-Kampagne bereitstellen können.“) verstanden hat.
Die langweiligste Stadt?
Das „Besondere, Charakteristische, Unverwechselbare in Temperament und Erscheinungsbild dieser Stadt“ behandelte der Publizist Klaus M. Höynck in seiner bemerkenswerten Rede bei der Vorstellung des von ihm im Echter Verlag herausgegebenen Bild- und Textbandes „Würzburg – ein Jahrhundert in seltenen Bildern“ (192 Seiten, gebunden mit Schutzumschlag, 160 Schwarzweißbilder, ISBN 978-3-429-03154-4, 29,– Euro). Der leicht gekürzte Text seines Beitrags ist hier zu lesen.
Venezia bleibt in der Spiegelstraße
Neben dem Aussehen des geplanten Neubaus eines Geschäfts- und Wohnhauses in der Spiegelstraße hat die Gemüter vor allem diese Frage bewegt: Was passiert mit dem Eiscafé Venezia? Nachdem wir gestern abend eine der vermutlich letzten Möglichkeiten genutzt hatten, im Garten des Venezia einen Erdbeerbecher zu genießen, haben wir nachgefragt – und erfreut gehört, dass das Eiscafé nur wenige Meter weiter in das vor einigen Tagen geschlossene Caffé etc. zieht. Da gibt es dann zwar leider keine Terrasse, aber das Eis wird hoffentlich weiterhin so gut schmecken.